Mediation

Die sieben Schritte der Mediation

Wie kann der Sachverständige diese für sich einsetzen?

Informationen für Teilnehmer der Sachverständigen-Fortbildung des BVS Unterfranken vom Februar 2014 und interessierte Kreise

Nach dem Leitbild unseres Sachverständigen-Verbandes BVS gilt unter anderem:

»BVS-Sachverständige übernehmen als Gutachter eine bedeutende Rolle bei der Lösung von Konflikten zwischen Privatpersonen und/oder Organisationen.«

Daher ist der BVS-Sachverständige eine geeignete Person, welcher bei der Konfliktbeilegung mitwirken kann. Neben den technischen Kompetenzen sind hierzu weitere Kompetenzen zur Konfliktbeilegung notwendig. Ein BVS-Standpunkt hierzu ist derzeit in Arbeit und soll im Frühjahr 2014 erscheinen.

Eine mögliche Art der außergerichtlichen Streitbeilegung ist die Mediation. Diese besteht im Wesentlichen aus den folgend genannten sieben Schritten:

  1. Vorbereitung des Termins
  2. Vortrag der Positionen der einzelnen Parteien
  3. Erkunden der eigentlichen Interessen
  4. Sonderfragen
  5. Lösungsvorschläge
  6. Auswahl einer Lösung
  7. Einigung / Vereinbarung

Diese Struktur der vorgenannten sieben Schritte der Mediation können für den BVS-Sachverständigen bei der Aufgabenstellung Hilfe zur Lösung eines Konfliktes von Nutzen sein.
So wie nach der Erstellung eines Trainingsplans für einen Sportbegeisterten Training und weitere Informationsaufnahme notwendig ist, um ein guter Sportler zu werden, genauso müssen die Kompetenzen für einen Mediator erlernt und trainiert werden.

Als übliche Ausbildungszeit gelten 150 Stunden.

Ziel des Vortrages war es nicht, die 150 Stunden Ausbildung auf zwei Stunden Vortrag zu kompensieren. Vielmehr wurde aufgezeigt, dass es sich für einen im außergerichtlichen Bereich tätigen Sachverständigen lohnt, sich mit Wissen zum Ablauf von Konflikten und Mechanismen zum Lösen dieser Konflikte zu beschäftigen.

Als weiterer Baustein in diesem Zusammenhang lautet das Thema der BVS-Mai-Fortbildung »Wertschätzende Kommunikation« als Grundlage sachverständiger Beratung.
Abschließend wurden noch Fragen zur genauen Trennung zwischen technischem Sachverständigen-Auftrag und „Konfliktlöser-Auftrag“ besprochen. Sobald der Gutachter seine klassische Rolle als Sachverständiger verlässt und als Schiedsrichter, Schiedsgutachter, Adjudikator, Schlichter oder Mediator tätig ist, muss dies klar vereinbart sein.
Für den Fall, dass der Sachverständige in einer Verhandlung von einer Partei hinzugezogen wird, können Kenntnisse von dem Harvard-Konzept von Nutzen sein mit den vier Grundprinzipien:

  1. Behandele Mensch und Problem getrennt voneinander.
  2. Konzentriere dich nicht auf Positionen, sondern auf die Interessen.
  3. Entwickele immer alternative Lösungen / Optionen zum beiderseitigen Vorteil.
  4. Bestehe auf objektive / neutrale Kriterien zur Beurteilung der Sache.

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